Vor ca. 9000 Jahren begann die Geschichtsschreibung der Verpackung. Körbe aus Tierhäuten, Leder und Pflanzengewebe wurden zum Schutz und zum Transport von Waren verwendet. Als Vorbild für die Schutz- und Transportfunktion von Verpackungen dient die Natur.
Geschichte der Verpackung: Vorbild Natur
Die Früchte von Bananen oder Walnüssen etwa werden von einer Schale vor Bakterien und Eindringlingen geschützt. Ihre Schalen sind so praktisch, dass sie sich leicht transportieren lassen, aber so stabil, dass man sie nur mit dem passenden Werkzeug öffnen kann. Außerdem ermöglichen es die Schalen, die eingehüllten Früchte länger haltbar zu machen, im Fall der Banane zeigt ihre Farbe sogar den idealen Reifezeitpunkt an, und darüber hinaus sind sie biologisch abbaubar.
Geschichte der Verpackung: Tongefäße
Was die ersten natürlichen Körbe für die Haltbarkeit von Produkten noch nicht leisten konnten, schafften Tongefäße im 5. Jahrtausend vor Christus. Sie wurden dank der Erfindung der Töpferscheibe in Massenware hergestellt. Selbst die ersten Glasverpackungen, die heute für Getränke wie Wein und Bier unerlässlich sind, konnten vor ca. 4000 Jahren den Tongefäßen nicht den Rang ablaufen.
Geschichte der Verpackung: Buchdruck
Einhergehend mit der Erfindung des modernen Buchdrucks boten sich bereits im 15. Jahrhundert neue Chancen zur Kennzeichnung von Verpackung durch Etiketten. Zuvor wurden zur Kennzeichnung von Waren aufwendige Siegel in Form von Wappen und heraldischen Bildzeichen genutzt. Da die Warenproduzenten nun ihre Produktkennzeichnungen vervielfältigen konnten, ließen sich sämtliche Waren eines Herstellers einheitlich markieren, wodurch sich ihr Wiedererkennungswert erheblich steigerte.
Die Etiketten wurden anfangs immer verspielter, prunkvoller und mächtiger, bis die Überfrachtung mit verschnörkelten Emblemen die Produzenten, vor allem in der Tabakindustrie, dazu trieb, ihre Etiketten auf ein minimales Symbolspiel oder einen Schriftzug zu reduzieren.
Geschichte der Verpackung: Industrialisierung
Bis ins 18. Jahrhundert entwickelten sich weitere Verpackungsformen wie Stoff, Kisten und Fässer, dann erlebte die Verpackung mit der Industrialisierung einen weiteren Meilenstein in ihrer Geschichte.
Sie ebnete den Weg für Kunststoffe und Materialbearbeitungen aller Art sowie deren Massenproduktion. Innerhalb eines Jahrhunderts wurde die Papiermaschine, das Offsetdruck-Verfahren, die Konservendose und weitere heute noch favorisierte Verpackungen, Verfahren und Maschinen z. B. zur Produktion von Flaschen entwickelt.
Die Vielzahl an Produkten machte es für die Produzenten jedoch auch immer schwieriger, sich von der Konkurrenz auf dem Markt abzuheben. Bereits um 1900 herum und erst recht seit der Gründung des Werkbunds 1907 engagierten sich Künstler bei der Gestaltung von Verpackungen. Hier beginnt bewusste Produktgestaltung, die heute unter dem Schlagwort Design ihre Fortsetzung findet.
Geschichte der Verpackung: Verpackungsboom der 50er Jahre
Nach einer Periode des Stillstands, in der die Verpackung keine nennenswerten Entwicklungssprünge machte, begann mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg der Verpackungsboom.
Die Verpackungsbranche expandierte, die an Verpackung gestellten Anforderungen maximierten sich. Eine aus Amerika importierte Verkaufsform, die Selbstbedienung, forderte eine den neuen Gegebenheiten angepasste Verpackung – die Ware musste vor Schmutz und Zerstörung geschützt werden und sollte zugleich für sich selbst werben.
Ursprünglich ein Luxus, mithin eine Ausnahme, wurde die Verpackung deshalb in den 1950er Jahren zur Regel und übernahm sukzessive die Aufgaben des Verkaufspersonals: Sie gab Auskunft über Inhalt, Anwendung, Lagerung, Gebrauch und animierte zum Kauf. Es war außerdem die Zeit, in der sich Werbeagenturen und Designer auf kommerzielle Verpackungsgestaltung spezialisierten.